Shishakultur vs. Konsumkultur
Das Rauchen der wiederentdeckten Shisha ist eine populäre Kulturtechnik geworden. Sie hat sich aus dem Orient nach Mitteleuropa und auch Amerika verbreitet und kann auch dort als soziales Phänomen eine Indikatorfunktion haben: Sie hilft, die Gesellschaften, in denen sie sich entwickelt hat, besser zu verstehen.
In einer Zeit der Terrorfurcht und Angst vor islamistischer Gewalt, die oft als generell dem Islam innewohnendes Potential angesehen wird, kann sie möglicherweise helfen, Hemmschwellen abzubauen. Gerade, dass dieses recht archaische Ritual bis ins dritte Jahrtausend überlebt hat, trotz Globalisierung der Märkte und Kommodifizierung sämtlicher Lebensbereiche, macht es so interessant.
Es steht nämlich in seiner Erscheinung der Ausbreitung von kulturellen Konsuminstitutionen wie McDonalds oder Starbucks, die den Coffee to Go salonfähig gemacht, fundamental gegenüber. Es propagiert nicht die ständige Verfügbarkeit und die Möglichkeit auf "Zwischendurch"-Konsum, sondern fordert gründliche Vorbereitung und Zeit.
Vielleicht ist das auch ein Beweis dafür, dass kulturelle Strömungen nicht immer so eindeutig sind, wie sie öffentlich gestaltet werden - ein Indikator für die Sehnsucht nach einem geschützten und beruhigten Rückzugsraum ist die Popularität der Shisha mit Sicherheit. Vielleicht kann sie, ihrer Popularität bei Jugendlichen und inzwischen auch im gesetzteren Teil der Gesellschaft wegen, als Friedenspfeife für das konfliktträchtige Verhältnis zwischen Deutschen und Einwanderern aus vom Islam geprägten Ländern dienen - ganz so, wie der Döner die türkischen Einwanderer fest ins deutsche Lebensbild integriert hat.
Orientalische Wasserpfeifen |
Shisha-Tabak |
Shisha-Kohle |
|---|---|---|
![]() Wasserpfeifen verschiedener Größen, Farben und Ausführungen |
![]() Wasserpfeifentabak, zum Beispiel von Serbetli, Nakhla oder Hayyam |
![]() Schnellentzündende bzw. Selbstentzündende Kohle für die Shisha |


