Wasserpfeife - Eine Definition
Ist jede Shisha eine Wasserpfeife? Kann man "Shisha" und "Wasserpfeife" synonym verwenden, wie es oft getan wird? Wenn nicht, was unterscheidet die beiden Begriffe? Eine Definition.
Tatsächlich ist es so, dass das Wort "Wasserpfeife" in den Sprachen der Länder, in denen sie einen hohen Stellenwert besitzt, gar nicht existiert. Hindi, Urdu, Türkisch, Persisch, Arabaisch, Hebräisch - keine dieser Sprachen besitzt ein Wort für "Wasserpfeife". Die Worte “hookah” und "narghile” dagegen kann man durchaus in verschiedenen Schreibweisen in den Wörterbüchern finden. "Shisha" ist und war im arabischen Kulturraum weit verbreitet. "Wasserpfeife" als Überbegriff zu verwenden ist also eigentlich falsch, da die Anwendungsweise, die Zutaten der gerauchten Substanzen und auch die Bauweise von Land zu Land und sogar von Kulturgemeinschaft zu Kulturgemeinschaft variieren.
Die Shisha, die im mitteleuropäischen Raum geraucht wird ist beispielsweise immer in Verbindung mit aromatisiertem Tabak in Gebrauch, der auf einer Melasse-Mischung namens "Tobamel" oder "Mu'assel" basiert. Im Yemen wird dagegen beispielsweise purer, angefeuchteter Tabak, auch "Tutun" genannt, geraucht. Die chinesische Wasserpfeife dagegen ähnelt eher dem, was in unserem Kulturraum als "Bong" bekannt ist - sie wird ohne Kohle geraucht und hat nur ein sehr kleines Köpfchen.
Kurz gesagt: "Wasserpfeife" ist eigentlich ein Wort, das im Zuge der orientalistischen oder neo-orientalistischen Bewegung den Einzug in unsere Sprache gefunden hat. Natürlich kann man es trotzdem weiter verwenden, aber wenn man einen Ethnologen zum Essen einlädt, sollte man auf der Hut sein.